• bloggen...

    manchmal frage ich mich wirklich, ob ich diesen blog nicht einfach schließen sollte. ich schreibe ja viel zu selten rein - und im grunde interessiert das ja eh kaum einen menschen. allzu privat will ich ja auch nicht werden und über mich kann man hier eigentlich kaum etwas erfahren.

    ob sich das ausgerechnet jetzt ändern wird, wo ich mich immer mehr mit dem thema fotografie auseinanderzusetzen beginne und zudem noch ein studium aufgenommen habe, das ist wirklich fraglich.

    aber übers fotografieren würde ich schon gern etwas erzählen, denn ich habe mir eine linhof technika geleistet, meine traumkamera von anfang an, seit ich vor drei jahren mit der fotografiererei begonnen habe. - und nun warte ich noch sehnsüchtig auf das passende objektiv, das gerade auf dem weg zu mir ist.

    liebe grüße

    e.

  • stilles grau

    lieber jörg,

    vielen dank für ein jahr zusammenarbeit, für dieses wunderschöne buch, die schönen bilder und die persönliche widmung.

    so sind also nun texte von mir auf papier gedruckt worden und dürfen neben deinen bildern in einer ausstellung hängen. ist schon ein gutes gefühl, das muss ich zugeben. vielleicht werde ich mich in zukunft bemühen, das ein oder andere meiner werklis auch zu papier bringen zu lassen. obwohl es mir ja im grunde reicht, ein online-schreiberling zu sein.

    nochmals vielen dank für dein vertrauen

    e.

  • wie dein wort

    annaemie, oh annaemie
    meine bleiche schöne
    geh' mit mir zum tanz

    doch in gebund'nem leinen
    blätterst du versponnen
    in seid'nen kissen

    verträumtes federkratzen
    vergraben vertieft
    annaerobinia

    du mein herzenswurm
    nur einmal sei mir
    wie dein wort

  • satyrnaugenblick

    satyrnaugenblick

    wenn schlangenzungen ganz leise
    lügenworte stammeln:
    "see me lele!
    sieh in mir licht!"
    götterfunken
    wenden sich schnell

    erwacht
    hinter rosendämmerung
    graue morgenasche
    zerstreut im tag

    zählt zehn haare aus der bürste
    schmeckt den lippenstift ranzig
    den milchkaffee lauwarm

    hinweg!

    aus braunen flecken
    auf blümleinblautapete
    lügenlange beine laufen:
    traumtanz den tag!

    pack zusammen die zeit
    und der nächste abendfrosch
    leuchtet göttlich feuerfarben
    für einen satyrnaugenblick

  • trouble is a friend

    gibt es in deutschland leider noch nicht auf cd, kommt aber!

  • heartache feeds heartache

  • mai im park

    im park spielende kinder
    mit roten lollys
    in den klebrigen händen

    fangen lauter grashüpfer
    und zählen ihre beute

    mütter sitzen auf der bank
    schauen und schwatzen
    lachen ihren kindern zu

    hinter den sonnenbrillen
    sind es die augen müde

    arbeitslose im einsatz
    für die gemeinschaft
    klauben papier vom boden

    mit greifzange und eimer
    ein fast aussichtsloser kampf

    der wind weht und die sonne scheint
    und hunde pinkeln
    machen häufchen auf die wiese

    bienen sammeln honig ein
    der mensch hundekot in tüten

    blütenblätter fallen leis
    die zweige rascheln
    und zwei menschen im versteck

    machen liebe im gebüsch
    als gäbe es kein morgen

  • 80

  • 42

    Vor zwei Wochen hatte ich Geburtstag - und da ich im Familien- und im Freundeskreis nicht der/die einzige Apriliant/in bin, war einfach zuviel los um Gedanken nachzuhängen. So nutze ich das schöne Wetter um mich mit Laptop auf der Terrasse herumzulümmeln um das nachzuholen.

    Zu der Zahl, die ich anzugeben habe, wenn man mich nach meinem Alter fragt, fehlt mir noch der Bezug. Was heißt "noch", vermutlich ist ein Jahr zu kurz um ihn herzustellen.
    Naja, ich könnte ja behaupten, ich sei einunddreißig, bei gutem Willen und guter Beleuchtung und einem tiefen Griff in den Schminktiegel, könnte das vielleicht ein Weilchen funktionieren, ohne dass gleich jeder, dem ich diesen Bären aufzubinden versuche, gleich am Boden liegt - und das nicht etwa, weil der Bär zu schwer wäre, sondern weil er sich vor Lachen nicht mehr halten könnte...

    Es ist schon komisch genug, diese vier als Frontzahl zu haben, aber dass mich die zweite Zahl schon bald zur Mittvierzigerin machen wird, das ist schon irgendwie gruselig. Schließlich weiß ich noch ganz genau, was ich noch vor zehn Jahren über diese Bevölkerungsgruppe geäußert habe...

    Als ich ein Teenager war, da glaubte ich sogar, dass es am Besten sei, mit neununddreißig zu sterben. Weil man ja gehen sollte, wenn es am Schönsten ist, aber in jeden Fall, bevor es zum Sterben fade wird.

    Und als ich in die erste Klasse ging, war meine Mutter eine Mittvierzigerin - und sie kam mir sooo! schrecklich alt vor. Als ich eines Tages von der Schule kam, sagte ich zu ihr, dass die anderen Mütter aussähen wie B. (meine älteste Schwester) und ihre Omas ungefähr so wie sie.
    (Jaja, ich kann verdammt charmant sein, wenn ich es drauf anlege... :>> )

    Nun bin ich bald selbst an diesem Punkt. Mit dem Unterschied, dass ich bereits tatsächlich eine Oma bin und in drei Jahren die Oma eines Schulkindes sein werde. Das fühlt sich ziemlich seltsam an und hat doch viel Komik.
    Weil sich aber die Zeiten geändert haben, hält mich niemand für die Großmutter. Und so macht es mir schon auch Spaß die Leute, die mich für die Mutter meiner Enkelinnen halten, darüber aufzuklären, dass ich die Großmutter bin. Man kann sich ja an ziemlich alles gewöhnen, auch daran, dass man Oma genannt wird. (Der Opa tut sich schwerer damit, seinen neuen Rufnamen mit Freude und Würde anzunehmen. ;) )

    Tja, aber obwohl ich eine "alte Kuh" bin, fühle ich mich gar nicht so. Man sagt ja, dass man so alt sei, wie man sich fühle, - doch das halte ich für Blödsinn. Man ist so alt wie man ist. Puntkum. - Sonst schwankte ja mein Alter z.B. ständig zwischen zwölf und achtzig und das tut es ja nicht. In diesem Lebensjahr bin ich durchgängig 42, egal ob ich mich königlich über eine Albernheit amüsiere oder mir das Kreuz wehtut und die Beine klappern, oder wenn es einem eben so geht, wie es Zweiundvierzigjährigen eben so geht.

    Wie geht es denen denn eigentlich, bzw. wie hat es mir im Mittel zu gehen?

    -

    Wahrscheinlich ist es sowieso völlig sinnlos sich über Zahlen Gedanken zu machen. Ich fühle mich besser denn je - und dass man auch noch rocken kann, wenn man uralt ist, beweist dieser Herr:

  • soldat und ballerina

    auf das papier geworfen bin ich nur
    noch die nackte weiße ballerina
    denn der zackige zinnsoldat
    hat mir kleid und stern gestohlen

    und in meiner brust dreht er jetzt
    wilde pirouetten und schraubt
    sich immer tiefer in mein herz
    das schlägt nur noch in seinem takt

    doch die roten sprenkel lassen sich
    leicht zu rosarot verwischen
    und die schere schneidet mich schon
    bald aus der verwaschenden kontur

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